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Die Jimmy

Frostkuss: Mythos Academy 1

Frostkuss  - Jennifer Estep Erster Satz: "Ich kenne dein Geheimnis." Inhalt: Als ein Mädchen ohne besondere Kräfte und mit knappen Portemonnaie ergeht es einem nicht leicht auf der Mythos Academy, wo die reichen und begabten Walküre, Spartaner, Römer oder Amazonen leben und lernen. So kommt sich Gwen mit ihrer lächerlichen Gipsy-Gabe richtig blöd vor. Bei einer einzigen Berührung erfährt sie nämlich Gutes und Schlechtes über den Gegenstand oder Menschen, sie sieht alle Geheimnisse und spürt die damit verbundenen Gefühle. Auf einmal scheinen sie aber doch zu etwas Nütze zu sein. Denn bei dem plötzlichen Mord eines der beliebtesten Mädchen der Schule ist aufg einmal Gwens Fähigkeit gefragt. Ohne Freunde begibt sie sich selbst auf die Suche nach dem Täter und muss langsam feststellen, dass die ganzen griechischen Mythen und Erzählungen doch alle einen wahren Kern besitzen. Und vielleicht trägt auch Gwendolyn eine größere Bedeutung in dem Kampf zwischen den Göttern und Nicht-Göttern als sie dachte. Meine Meinung: Stirnrunzelnd schlug ich das Buch auf, nachdem ich bereits tage- nein sogar wochenlang drum rum geschlichen war. Ich gebe es zu: Ich war mit Mythen, Göttern und ihren Heldensagen noch nie warm geworden. Das war früher bei König Arthus und seiner Tafelrunde nicht viel anders gewesen als später im Schulunterricht. Und nun hatte sich dieses Thema doch tatsächlich in mein Bücherregal eingeschlichen. Nun denn; ich ließ Jennifer Estep ihre Geschichte erzählen. Allein mit dem Namen der Protagonistin konnte hier bei mir schon gepunktet werden, schließlich trug sie den gleichen wie die Heldin aus Kerstin Giers unglaublicher Edelstein-Trilogie: Gwendolyn. Wenn das mal kein wohlklingender Name war! Und sie war mir auch durchaus sympathisch. So tollpatschig und wenig umsichtig wie ich. Im krassen Gegensatz zu den Kriegern an ihrer Academy ist ihre Familie, sprich ihre Großmutter (größer ist ihre Familie nämlich nicht) knapp bei kasse. Ich fand es sehr amüsant endlich mal wieder keiner reichen und verzogenen Göre gegenüber zustehen, die achso sehr auf ihren Traumprinzen auf dem weißen Ross wartete. Nein, hier hatte ich eine charakterstarke und vorallem ehrliche Persönlichkeit vor mir. Gwen lachte mit mir zusammen über den verschwenderischen Snobismus von den Schönen und Reichen. Eine fehlende Freundschaft zu irgendwem machte Gwens Situation noch tragischer. Sie wurde realistisch gezeichnet und dennoch ging sie mir immer wieder mal gehörig auf die Nerven. Nicht dass sie in grundlose Heulkrämpfe ausgebrochen wäre (da hatte sie eine gehörige Portion Rückgrad - super!), sondern Gwen schien alle paar Seiten die unendliche Liebe zu ihrer verstorbenen Mutter betonen und erwähnen zu müssen, wie hart ihr Schicksal doch sei. Ich kann Selbstmitleid nicht ausstehen, besonders nicht bei literarischen Figuren. S. 372 Die Leute, die einen lieben, sterben nie wirklich - nicht, solange man die Erinnerung lebendig hält und sie im Herzen trägt. Dieser Zug missfiel mir ungemein. Ab dem Zeitpunkt wurde ich auch immer strittiger mit der laufenden Handlung. Auf keinen Fall kann man hier von Langeweile sprechen - Jennifer Estep schafft es gekonnt kontinuierlich die Spannung oben zu halten. In jedem der 26 Kapitel geschieht eine bedeutungsschwere Wendung oder ein dunkles Geheimnis wird plötzlich gelüftet. Etwas, das ich euch sicher ruhig erzählen kann und ohnehin kein großes Mysterium, aber eine wie ich finde sehr schöne Wende war... Daphne erscheint bereits im ersten Kapitel als die schreckliche und unangenehme Tussi schlechthin! Im Laufe der Geschichte finden Daphne und Gwendolyn immer mehr zueinander. Doch das liegt nicht daran, dass Daphne ihren "zickigen" Charakter abgelegt hätte. Gwen merkt, dass sie sich wohl mit den unterschiedlichen Facetten der Menschen arrangieren muss, wenn sie weiterhin soziale Kontakte zur Außenwelt pflegen möchte. Das ist, wie ich finde, eine sehr wichtige Erkenntnis des Buches, die meiner Meinung nach leider viel zu wenig hervorgehoben wird (vielleicht weil sich Autorin und Verlag selbst nicht genug im Klaren darüber waren?). Für mich persönlich zog ich noch einen anderen Schluss aus der Lektüre: Hinterfrage anstatt auf das zu vertrauen, was andere dich sehen lassen wollen! Denn auf dieses Thema spielt zumindest das Abenteuer aus dem ersten Band um Gwen Frost an. Gwen ist eine Figur mit Standfestigkeit und viel Realismus, ebenso die von Estep entworfene Umgebung. Aber bei der Konstruierung der Geschichte an sich, sprich der Handlung, fehlte es mir manches Mal an Verständnis. Zu oft kamen mir beim Lesen meine eigenen Gedanken in die Quere, die mir einflüsterten, dass die Handlung bitte logischer sei, dass unsere Heldin jetzt bitte nicht einfach schwupps den Schlüssel zum Erfolg finden und wie auf magische Art und Weise überleben soll, und dass es bitte dafür einen Grund geben möge, dass Logan ganz zufällig vorbeikommt, und sie rettet - mal ebenso, aus Langeweile, und das nun schon zum zweiten Mal... Ein Hoch dafür auf das Paar, das für mich nicht zusammen gehört - Gwen und Logan - sie wollen sich, dann haben sie sich oder wieder nicht mehr und am Ende wissen sie gar nicht, was sie eigentlich wirklich wollen! Süß.. Mein Fazit: Ich bin gespannt auf den im August erscheinenden zweiten Teil - und möchte mich von ihm überzeugen lassen. Daher erst einmal ~ 3 Sterne ~ papierkruemel.blogspot.com